Webvideopreis 2013 – Veranstaltungsbericht und -kritik

Das war er also nun. Der Deutsche Webvideopreis 2013.
Und ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat.
Insgesamt war die ganze Veranstaltung nahezu perfekt organisiert und es war einfach ein sehr schöner Tag, insbesondere auch mit dem Fantreffen davor. Leider habe ich keine Bilder oder Videos gemacht.
Es gibt aber auch Kritik zu äußern – und die ist schließlich wichtig, denn der Webvideopreis 2014 kann so noch besser werden.

Was als erstes genannt werden muss, ist das Votingsystem – dieses wurde noch während der ersten Phase, in der Videos eingereicht werden konnten, verändert. Hier wurde kritisiert, dass große YouTuber zu viel Einfluss hätten. Es war geplant, aufgrund der Nutzervotes drei Videos zu nominieren und aufgrund der Juryentscheidung ein weiteres. Dies wurde letztlich abgeändert, so dass drei Videos von den Nutzern und drei von der Jury nominiert worden sind. Super – hier haben die Organisatoren gezeigt, dass sie flexibel sind und vor allem – was noch viel wichtiger ist – dass sie auf die Nutzer, also auf die, die den Preis erst zu dem machen, was er ist, hören.

Dennoch muss ich anmerken, dass einige Dinge insbesondere in der zweiten Phase des Votings zu allererst nicht ganz klar waren und dann erst einmal für Verwirrung gesorgt haben – hier hat das Team des Webvideopreises jedoch schnell reagiert und entsprechende Erklärungen in ihrem Blog veröffentlicht. Dennoch sollten nächstes Jahr die Erklärungen vor Beginn des Votings veröffentlicht werden.

Besonders toll fand ich es, dass man sich schnell entschieden hat, den Veranstaltungsort zu wechseln. Die Nachfrage nach Tickets war unter den Fans groß und diese Entscheidung war die logische Konsequenz. Schließlich wurde sogar die Hälfte der Tickets an Fans verschenkt – toll!

Probleme ließen sich übrigens immer schnell per Facebookbeitrag oder Mail lösen – hier einen besonderen Dank nochmal an Franziska Bährle, die mir bei meinen Ticketproblemen sehr geholfen hat.

Dann war es soweit: Der Tag der Veranstaltung! Um kurz nach 14 Uhr bin ich am Capitol Theater in Düsseldorf angekommen – das Fantreffen stand an. Und was soll ich sagen?
Es war wirklich prima! Viele bekannte YouTuber waren da. Beispiele gefällig? Y-Titty, ApeCrime, Gronkh, Sarazar, Doktor Allwissend, dailyknoedel, Klaus Kauker, MrTrashpack, Yohnish, DieLochis, Christoph Krachten (Clixoom), Scene Take TV, DieAussenseiter und noch viele viele mehr…
Im Wesentlichen waren eigentlich fast alle großen YouTuber vor Ort. Da auch nur knapp 600 Leute auf dem Treffen waren, war es nie sonderlich schwierig an eine Autogrammkarte zu kommen – ich habe sogar eine super tolle Doktor Allwissend „Aufstell-Autogrammkarte“ bekommen. Yeah! 😀
Kostenlose Verpflegung gab es auch – perfekt!

Um 18 Uhr sollte dann die eigentliche Veranstaltung losgehen – die Gala des Webvideopreises. Das hat sich um ein paar Minuten nach hinten verschoben, weil noch nicht alle Leute auf ihren Plätzen waren.
Doch auch während der Veranstaltung fiel mir auf, dass einige Leute keine Sitzplätze mehr finden konnten – wieso? Das ist wirklich ein Kritikpunkt, denn mich hätte es sehr geärgert, während der Preisverleihung stehen zu müssen. Musste ich aber zum Glück nicht 🙂

Auf den Sitzen standen tolle Tüten von der Metro Group – einem Sponsor des Preises. Nun kann man zu Recht fragen: Was ist denn an einer Tüte toll? Na, der Inhalt! 😉
In ihr befanden sich nämlich zahlreiche Leckereien – unter anderem Chips, Apfelschorle und Studentenfutter, als auch tolle Webvideopreis-Goodies (Aufkleber, Buttons, Reflektor [diese tollen Dinger, die man sich auf den Arm schlägt und die sich dann zusammenrollen]).

Und los ging die Gala – Miriam Pielhau moderierte – nichts gegen Christoph Krachten, aber es war eine krasse Verbesserung gegenüber dem Webvideopreis 2012 (allgemein wirkte die ganze Veranstaltung wesentlich professioneller, was ich gut finde).

Leider wurde sehr durch die Veranstaltung gehetzt, was mit dem anstehenden Champions League Finale begründet wurde. Doch ist das nicht irgendwie ironisch – es wird völlig durch einen Webvideopreis gehetzt, wegen einer Veranstaltung im klassischen TV?
Verstehen kann ich es aber natürlich schon – dem Preis wären sonst vermutlich die Zuschauer ausgeblieben.
Dennoch hätten der Gala vermutlich ein oder zwei weitere Interval Acts ganz gut getan.

Schade war auch, dass von der Moderatorin zu Beginn eine gewisse Interaktivität angekündigt worden ist – tatsächlich wurden aber nur einmal kurz Tweets vorgelesen und das war es dann auch schon. Schade.

Dann könnte man höchstens noch das Verhalten einiger Nominierter in der Kategorie „OMG“ bemängeln. Gewonnen hatte ein Video zum ernsten Thema Kindesmissbrauch – einige der Nominierten verließen mit „Pfui-Rufen“ bei Verkündung des Siegers den Saal.
Insgesamt empfand ich die Gala aber ziemlich unterhaltsam und professionell gestaltet.

Einige Punkte die ich nicht selbst beurteilen kann, weil ich ja vor Ort war und mir nicht den Stream angesehen habe, sind Kritiken an eben diesem. Mehrfach habe ich jedoch auf Twitter gelesen, die Regie sei nicht sehr professionell gewesen.
Außerdem scheint es so, als seien Applaus und allgemein auch Geräusche aus dem Publikum nur sehr leise übertragen worden. Wie gesagt, kann ich nicht beurteilen – aber hier würde nächstes Jahr ein Mikrofon im Publikumsbereich helfen, wie es z.B. bei Konzertaufnehmen Standard ist. So kann dann auch den Zuschauern im Stream die Stimmung näher gebracht werden.

Dann ging es zur Aftershow-Party. Der Transport dorthin war einfach absolut perfekt organisiert. Mehrere Shuttlebusse standen direkt nach der Gala bereit. Es ist auch ein erfahrener Begleiter mitgefahren, der uns den letzten Rest des Weges zum Ufer8 gezeigt hat.

Dort angekommen mussten wir nur unser Bändchen vorzeigen und wir waren drin. Sponsorgetränke (die im Wesentlichen ganz in Ordnung waren), waren kostenfrei, alles andere musste gezahlt werden. Besonders hervorzuheben sei hier allerdings die kostenlose Verpflegung mit kleineren Snacks – hervorragend und sehr lecker!

Es war jedoch sehr voll. Ich bin mir nicht sicher, doch ich glaube, eine größere Location wäre hier besser geeignet gewesen. Insbesondere wenn man sich das Champions League Finale ansehen wollte, hatte man ein Problem. Letztlich haben wir auf der Terrasse Sitzplätze gefunden – es war auch nicht zu kalt, da später Heizpilze eingeschaltet worden sind. Gut!

Dann kam das Feuerwerk. Das Wetter war bis dahin gekippt und es hat geregnet. Da auf der Terrasse deshalb Schirme aufgestellt waren, war es kaum möglich, hier etwas zu sehen. Schade!
Nach dem Feuerwerk haben wir uns dazu entschlossen zu gehen, ich war ja auch schon über zwölf Stunden auf den Beinen. Daher kann ich zur „richtigen“ After-Show-Party ab 0 Uhr nichts sagen. Auf Twitter klang es jedoch so, als wäre es ziemlich cool 🙂

Was könnte man jetzt noch insgesamt und allgemein kritisieren?
Ich denke, die Community hätte ein bisschen mehr Einbindung verdient. Versteht mich hier bitte nicht falsch – wie bereits weiter oben erläutert wurde Kritik schnell aufgenommen und Dinge sogar entsprechend verändert. Spitze! Aber ich hätte mich gefreut, ein bisschen mehr auf der Webvideopreis Facebookseite / Twitter / Webvideopreis Blog / YouTube zu sehen. Ein paar „Backstageeinblicke“. Mehr Blogposts. Interviews mit Nominierten? Mehr Interviews mit Jurymitgliedern? Ein Liveticker am Tag des Events? Warum denn eigentlich nicht?
Schade, finde ich es auch, dass die Aufzeichnung der Gala noch nicht auf YouTube verfügbar ist. Auch hier mich bitte nicht falsch verstehen – ich glaube alle Organisatoren haben sich erstmal auf ein bisschen Schlaf gefreut. Er sei euch gegönnt 😉 Dennoch sollte darüber nachgedacht werden, wie dieser Prozess nächstes Jahr beschleunigt werden kann.

Was mich noch freuen würde, wäre, wenn man zu jedem nominierten Video die Votes des Publikums und der Jury einzeln aufgeschlüsselt veröffentlichen könnte. Was auch noch sehr cool wäre, wäre, dass Video der Preisverleihung unter Creative Commons Lizenz zu veröffentlichen. Ist aber wahrscheinlich rechtlich zu kompliziert.
Auch ganz nett wäre es gewesen, wenn die Bändchen zur Veranstaltung – wie bei den meisten Festivals – aus Stoff gewesen wären. So hat man dann gleich auch noch ein kleines „Andenken“.

Dann wäre da noch die Sache mit den Gewinnern. Nach der Gala brach ja ein kleiner, ich würde ihn als „inszenierten“ Shitstorm bezeichnen, aus. Dieser ging im Wesentlichen von enttäuschten Fans aus – hier insbesondere vom Let’s Player „Hardi“.
Ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich auch einige Ergebnisse nicht so gut finde. Trotzdem sollte man das dann so hinnehmen. Die Behauptung hier wäre irgendwie betrogen worden, haben die Macher des Preises nicht verdient. Wirklich nicht.
Ich bin aber froh, dass zumindest einer meiner Favoriten – nämlich Dailyknoedel – gewonnen hat.

Jetzt muss ich hier noch eine Sache ganz besonders hervorheben: Nämlich das wirklich perfekte Motion Design von Fritz Gnad. Das ist mir bereits letztes Jahr aufgefallen. Aber diesmal war es nochmal besser. Sollte ich jemals eine Dienstleistung in dieser Richtung benötigen – ich weiß nun, an wen ich mich wenden sollte 😀

Wie kann ich das nun nochmal alles kurz und knapp zusammenfassen?
Also:
Kommt zum Webvideopreis 2014! Es wird bestimmt nochmal besser als dieses Jahr (und es war schon verdammt gut) 🙂
Das Fantreffen war perfekt!
Die Gala war auch im Wesentlichen sehr gut.
Ich wünsche mir noch ein bisschen mehr Interaktivität.

Und liebes Team des Webvideopreises:
Wenn ihr diesen Beitrag gelesen habt – und ich bin mir sicher, dass ihr es getan habt – dann bedanke ich mich nochmal ganz herzlich. Über eine Einladung nächstes Jahr würde ich mich sehr freuen 😉 (Hint, hint)

Das war es dann auch schon im Wesentlichen. Und ich habe viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte 😉

Vielen Dank fürs Lesen 🙂
Man sieht sich – zum Beispiel beim Videoday 2013. Bis dann!

6 Gedanken zu „Webvideopreis 2013 – Veranstaltungsbericht und -kritik

  1. Das einzige was ich bei diesem Kommentar noch vermisse ist die Bekanntgabe der Gewinner der einzelnen Kategorien, ansonsten ein sehr schön formulierter Text!

  2. Ich sag auch nochmal Danke für die Kritik als Verantwortlicher fürs Fantreffen.

    Zurzeit laufen die Verhandlungen, dass wir das nächste Treffen auch organisieren werden.

    Dort kann ich dann ein noch besseres Programm versprechen!

    Danke für die Kritik! 😀

    LG Julian

    1. Hi Julian,
      vielen Dank für die Rückmeldung. Es freut mich, dass du meine Kritik gelesen hast.
      Auf weitere Fantreffen freue ich mich 🙂

      Gruß
      Lars

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