Videoday 2013 – Ein paar Gedanken vor dem Event [Update]

Videoday 2013 Logo

Am 24.08.2013 ist es soweit: Der Videoday 2013 findet in der Lanxess Arena in Köln statt. So langsam – 2 Monate vor dem Event – beginnt nun die eigentliche Promotion. Es werden Plakate veröffentlicht, Pressekonferenzen gehalten. Doch es gibt nicht nur positive Stimmen zum bevorstehenden Event. Ein paar Gedanken, gepaart mit kritischen Stimmen aus der YouTube-Community, als auch von mir.

UPDATE: Der Beitrag ist verändert worden, da Mediakraft in einem Kommentar erläutert hat, dass nicht sie Organisatoren des Videoday 2013 sind, sondern vielmehr Christoph Krachten (Geschäftsführer von Mediakraft), dessen Funktionen jedoch „klar getrennt“ seien.

Auf den Videoday 2013 Plakaten befinden sich die (aus der Sicht von Christoph Krachten, Organisator des Videodays) wichtigen, eingeladenen YouTuber (und „andere“ Teilnehmer, dazu gleich mehr). Die einzelnen Plakate unterscheiden sich im Wesentlichen nur dadurch, dass immer ein anderer YouTuber groß gedruckt ganz oben steht. Ein Beispiel gefällig?

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So weit, so gut – auffällig ist hier nur, dass viele bekannte YouTuber anscheinend nicht kommen werden (oder zumindest nicht auf dem Plakat sind) – z.B. Doktor Allwissend, Gronkh und Sarazar. Schade, unerwartet geschiet dies aber nicht. Auffällig ist, dass kaum ein Teilnehmer bei Divimove unter Vertrag steht. Denn auch hier gibt es größere Kanäle, z.B. MrTrashpack. Es scheint aber auch viel mehr so, dass viele YouTuber einfach keine Lust mehr auf dieses Event haben. Bereits letztes Jahr waren die „großen“ YouTuber „eingezäunt“ und man musste sich aufgrund der hohen Besucherzahl lange anstellen. Kritische Stimmen sprachen von einem „Zoo“.

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Schnell wurden die Plakate zu einem beliebten Photoshop Modell für die Community:


Zahlreiche weitere modifizierte Plakate erschienen darauf bei Twitter. Nein, Haftbefehl wird nicht beim Videoday auftreten 😉

Kommt er, oder kommt er nicht?

Dann wäre da auch noch die Sache mit „MC Fitti“, „Eko Fresh“ und „Aggro TV“. Auch dies hat für viel Unverständnis in der Community gesorgt. Was soll denn bitte Eko Fresh beim Videoday – einem YouTuber Treffen? Anscheinend wusste er es zuerst selbst nicht, postete er doch in einem Tweet, dass er „definitiv nicht“ beim Videoday auftreten werde. Dieser wurde inzwischen gelöscht:

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Kein #Eko beim #VideoDay by @vickyfreaky11

Nun will Eko Fresh plötzlich anscheinend doch auftreten:

Auch anderen YouTubern fiel der Widerspruch zwischen „definitiv nicht“ und „wir sehen uns beim Videoday“ schnell auf:

Letztlich dürfte es damit zu erklären sein, dass er einer der „Interval Acts“ bei der Bühnenshow werden soll. Das wäre zur Auflockerung ja durchaus ganz in Ordnung (auch wenn es so überhaupt nicht meinen Musikgeschmack trifft – grundsätzlich bleibt fraglich, ob Krachten da mit Eko Fresh den richtigen Musiker ausgesucht hat). Aber folgender Kommentar auf der Facebook-Seite des Videodays stürzt mich dann doch in tiefe Besorgnis:

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Lustig ist auch, dass dort inzwischen sogar dementiert wird, Eko Fresh habe je gepostet, er wolle nicht zum Videoday kommen. Da der Tweet inzwischen gelöscht worden ist, könnte dies für jemanden, der ihn nicht gelesen hat, durchaus plausibel klingen.

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So erntet der Videoday dafür Spott in der YouTube-Community:

Ablaufplan? Wofür?

Weiterhin muss man derzeit noch feststellen, dass es noch keinen richtigen Ablaufplan zum Videoday 2013 gibt. In gewisser Weise kauft man damit „die Katze im Sack“. Was jedoch schon durchgedrungen war, ist, dass es mittags ein eher freies Programm geben solle, wobei abends ab 18 Uhr dann eine große Show stattfinden werde. Bei Focus.de – Medienpartner des Videodays – sind unterdessen Ausschnitte der Pressekonferenz in Videoform aufgetaucht, die dies im Wesentlichen bestätigen und in denen Krachten auch noch ein bisschen mehr ins Detail geht:
Zwei Tage vorher seien Workshops, die sogenannte „Videoday Academy“ geplant. Der Samstag, 24.08. sei der wichtigste Tag: Dort ginge es um 10 Uhr los, „draußen, vor der Arena“ gebe es „zahlreiche Stände“, auch mit YouTubern. „[…] es werden dort auch schon einige YouTuber auftreten.“, sagt Organisator Krachten. Abends um 18 Uhr beginnt dann die „große Show in der Arena, wo wirklich die absoluten Highlights aus der Branche, in einem rund zweistündigen Programm auftreten wird (sic!).“

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt

Doch Krachten fährt noch fort. Er berichtet: „Ganz wichtig noch: Wir werden zum ersten Mal einen „Play“-Award vergeben, weil wir haben gesagt, wir brauchen so eine Art Branchenpreis, das heißt, wo wirklich die größten Kanäle dran teilnehmen, also so ein bisschen wie der Echo, die erfolgreichsten werden prämiert und wir werden dort aus verschiedenen Genres die erfolgreichsten Kanäle, die vor Ort sind, werden wir nominieren […] und eine Jury, […] wird dann sagen, welcher von diesen erfolgreichsten Kanälen, dieses Jahr dann den „Play“-Award […] in einer bestimmten Kategorie bekommt.“ Vielleicht ist es Krachten nicht ganz bewusst, jedoch zeigt sich hier die wahre Intention hinter dem „Play“-Award: Es geht nicht darum, die besten YouTuber zu nominieren, sondern viel mehr die erfolgreichsten. Dies ist eindeutig an den markierten Stellen im obigen Zitat zu erkennen. Und zwar nur die erfolgreichsten Kanäle, „die vor Ort sind“ – also vorrangig Mediakraft-Kanäle und vor allem kaum Divimove-Kanäle – so sieht es jedenfalls anhand der Ankündigungen auf den Plakaten aus. Kann Krachten als Geschäftsführer von Mediakraft wirklich einen solchen Preis unter völlig objektiven Kriterien verleihen? Für mich lautet die Antwort ganz klar: Nein! Mediakraft behauptet zwar, dass Krachten die Funktionen des „Geschäftsführer von Mediakraft“ und „Organisator des Videoday […] klar getrennt“ hat, doch ein bitterer Beigeschmack bleibt bei mir trotzdem. Umso spannender ist es, dass es bereits einen „Branchenpreis“, den wir ja laut Krachten so dringend „brauchen“, gibt. Nämlich den Deutschen Webvideopreis, der von einem von Netzwerken unabhängigen Veranstalter, nämlich der „European Web Video Academy“, verliehen wird. Krachten nahm 2013 selbst an der Veranstaltung teil; 2012 war er sogar Moderator. Irgendwo unterstreicht dies meine Vermutungen, dass es hier viel mehr um eine Verleihung des Preises an „die erfolgreichsten“ statt an „die besten“ Kanäle geht. Einer der Organisatoren des Webvideopreises sieht die Sache eher mit Humor:

Interessiert sich überhaupt jemand für die Fans?

Leider scheint man bei den Organisatoren des Videodays auch noch nicht zu dem Bewusstsein gekommen zu sein, dass es eventuell sinnvoll sein könnte, Fragen von Besuchern zu beantworten. Während zahlreiche Veranstalter damit kein Problem haben (Beispiel: Webvideopreis 2013), antworten die Videoday-Veranstalter fast gar nicht. Auf dem Twitteraccount werden ab und zu, zum Teil in Abständen von Monaten einige Tweets abgesetzt, Fragen werden dabei in der Regel jedoch nicht beantwortet. Kritische Stimmen werden ohnehin ignoriert. Genauso schlimm sieht es auf der Facebookseite des Videodays aus: Auch hier werden Fragen beinahe nie beantwortet, es wird relativ selten gepostet. Die Tatsache, dass Krachten und Co. so selten Fragen der Fans beantworten, geht natürlich einher mit den bisher doch recht rudimentären Informationen über den eigentlichen Ablauf der Veranstaltung. Eine richtige Webseite gibt es nicht, nur ein Überbleibsel vom Videoday 2012, auf dem jedoch beinahe keine Informationen zum bevorstehenden Event gegeben werden.

Videoday 2013 – Fazit

Man wird gespannt sein dürfen, ob der Videoday 2013 wirklich ein Event für die Fans sein wird.

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Weiterhin fraglich ist, inwiefern „Eko Fresh“ zum Videoday und dessen eigentliche Idee (ein Fantreffen für YouTube-Fans) passt. Die diversen Unklarheiten dazu passen zu dem insgesamt doch recht unorganisierten Eindruck, den die Veranstaltung jetzt, 2 Monate vorher, macht. Sollte Eko Fresh wie angekündigt wirklich eine der Höhepunkte der Show sein, wäre ich doch recht enttäuscht, schließlich sollte der Videoday 2013 ja eigentlich ein YouTuber-Treffen und kein Konzert sein. Die Verleihung eines „Branchenpreises“ ist unter dem Aspekt, dass Krachten selbst mit Mediakraft in gewisser Weise Marktteilnehmer ist, kaum ernst zu nehmen – selbst wenn er seinen Funktionen „trennt“ -, zumal ein solcher Branchenpreis, wie bereits erläutert, schon existiert. Für meinen Teil kann ich nur festhalten, dass ich den Deutschen Webvideopreis für eine sehr gute Veranstaltung halte und keinen Bedarf für eine Alternative sehe.

Letztlich bin ich mir nicht sicher, ob der Videoday 2013 die richtige Veranstaltung für mich sein wird. Ich bevorzuge zum einen lieber kleine, gemütliche YouTuber-Treffen, bei denen man nicht ewig auf Autogramme warten muss und ggf. sogar noch genügend Zeit hat, sich kurz mit seinem Lieblingsyoutuber zu unterhalten, zum anderen bin ich sowieso kein großer Fan der meisten Mediakraft-Kanäle. Schade wäre es, wenn es – und der Eindruck kann derzeit durchaus entstehen – beim Videoday vor allem ums Geld gehen würde. Ich kann nur sagen, dass ich vor ein bisschen mehr als einem Monat selbst an einem Fantreffen teilgenommen habe, nämlich am Fantreffen vor dem Webvideopreis. Dieses war nicht zu groß und auch nicht zu klein, so dass es meistens innerhalb von wenigen Minuten möglich war, bei den „großen“ YouTubern Autogramme zu erhalten. Ich hoffe nur, dass dieses Jahr beim Videoday die YouTuber nicht wieder „eingezäunt“ werden, was aber zu befürchten ist. Auch die zu erwartende Besucherzahl wird wohl bei mindestens 10.000 liegen. Ich kann mir derzeit einfach noch nicht so richtig vorstellen, wie ein YouTuber-Treffen mit einer solch hohen Besucherzahl möglich sein soll. Wie lange soll man denn dort auf ein Autogramm warten?

Dennoch werde ich den Videoday 2013 besuchen und darauf dann auch selbstverständlich einen Bericht mit Kritik hier im Blog veröffentlichen. Vielleicht wird ja doch alles ganz anders als derzeit befürchtet. Ich hoffe es!

4 Gedanken zu „Videoday 2013 – Ein paar Gedanken vor dem Event [Update]

  1. Anmerkung von Lars: Der Kommentar ist von mir verifiziert worden und stammt offiziell von Mediakraft.
    Mediakraft ist weder an der Orga des Videoday beteiligt, noch an der Verleihung des Preises. Wir haben auch keinen Einfluss auf das Programm, das allein von den Machern des Videoday bestimmt wird. Es stimmt, dass Christoph Krachten gleichzeitig Organisator des Videoday und Geschäftsführer von Mediakraft ist. Diese Funktionen sind aber klar getrennt. Weitere Fragen? Gerne.

    1. Hallo und vielen Dank für eure Antwort. Es freut mich, hier eine Rückmeldung zu erhalten und mit euch über meinen Beitrag sprechen zu können.

      Ich habe noch einige Fragen:
      1. Ihr behauptet, der Videoday werde dieses Jahr nicht von Mediakraft organisiert. War dies letztes Jahr noch anders, da dieses Video auf dem offiziellen Mediakraft-Kanal einen anderen Eindruck erweckt?
      http://www.youtube.com/watch?v=vGpw71EXZGM
      Auch in der Beschreibung wird erläutert: „Der VideoDay 2013 wird am 24.08.2013 in der LANXESS arena stattfinden.
      Weitere Informationen unter: http://www.youtube.com/videoday„. All dies auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Mediakraft.

      2. Warum sind auf den Videoday-Plakaten unter „POWERED BY“ Mediakraft-Logos zu finden? Trennt ihr so genau zwischen Veranstalter und Organisator?

      Weitere Fragen könnte mir dann nur der „Organisator“ selbst, also Krachten, beantworten, da sie sich im Wesentlichen auf das Event sowie auf dessen Programm beziehen (worauf sich meine Kritik ja auch konzentriert).

      Vielen Dank nochmals für eure Rückmeldung!

  2. also ich habe eine Privatnachricht an den Videoday geschrieben (über Facebook) und habe sofort (!!!) eine Rücknachricht bekommen 🙂
    Ich freue mich auch auf den 24. 😉

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